All posts in Aktuell

aktuelle Meldungen

Bericht von den Studientagen der Evangelischen Hochschule Nürnberg im Internationalen Archiv

Sechs Studierende der Evangelische Hochschule Nürnberg, Fachbereich Heilpädagogik, verbrachten vom 23. – 25. Oktober mit ihrer Dozentin, Prof. Dr. Birgit Mayer-Lewis drei Studientage im Internationalen Archiv für Heilpädagogik in Trebnitz.

Read more

Aufruhr Heilpädagogik: Neue Forschungsergebnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus und Perspektiven für die Zukunft

Bericht über das 4. Symposium im Internationalen Archiv für Heilpädagogik in Trebnitz.

Read more

Weihnachtliche Grüße aus dem Archiv

Liebe Mitglieder des Fördervereis,

liebe Freundinnen und Freunde des Internationalen Archivs für Heilpädagogik,

der Vorstand des Fördervereins wünscht Euch und Ihnen allen eine gesegnete Weihnacht und ein gesundes neues Jahr. Nach zehn Jahren Förderverein blicken wir dankbar zurück und  freuen uns nach wie vor auf Ihre und Eure Anregungen, Beiträge und Kommentare, vor allem aber auch über die Unterstützung unserer Arbeit.

Herzliche Grüße

Dr. Martin Korte, Vorsitzender

Foto von einer kleinen Vase mit Zweigen und kleinen Glückspilzen und einer kleinen brennenden Kerze.

Der aktuelle Vorstand stellt sich vor

Sehr geehrte Mitglieder,

aufgrund des Rücktritts aus dem Vorstand von Gabriela Zenker und Heinrich Greving fanden anlässlich der ordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins am 07. Oktober 2023 Nachwahlen zum Vorstand statt.

Hier stellt sich Ihnen nun der alte/neue Vorstand vor:

1. Vorsitzender: Dr. Martin Korte

Lic. phil., Diplom Heilpädagoge, Gründungsmitglied, Tätigkeit im Vorstand seit 2017, davor im Kuratoriums von 2013 bis 2017.

2. Vorsitzender: Prof. i.R. Dr. Dieter Lotz

Diplom Pädagoge, Diplom Heilpädagoge und Logotherapeut, Gründungsmitglied, Tätigkeit im Vorstand seit 2012.

Vorstand: Doris Albert

Heilpädagogin, Gründungsmitglied, Beratung des Vorstands vom März 2022 bis Oktober 2023.

Vorstand: Hildegard Havenith

Diplom Pädagogin, Diplom Heilpädagogin und Kindertherapeutin, Mitglied des Kuratoriums von 2017 bis 2023.

Die Vorstandsperiode endet im Herbst 2025.

Veranstaltungshinweis

Hiermit möchten wir Sie gerne auf die Tagung der Fachakademie für Sozialpädagogik (bfz) Ingolstadt und der Deutschen Korczak Gesellschaft e.V. „Demokratie lernen – ist Demokratie leben! Janusz Korczak als Vorbild“ am 28. Oktober 2023 hinweisen.

Anmeldungen werden bis zum 28.09.2023 entgegengenommen. Weitere Informationen zum Programm und den Inhalten finden Sie im Flyer (Klick zum Download).

Korczaks Pädagogik gilt vielen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen als Inspiration und Vorbild. Ein eindrückliches Beispiel gibt unsere Publikation „Mit Janusz Korczak die Heilpädagogik gestalten“ von Ferdinand Klein, die Sie bei uns bestellen können.

Ausschreibung: Förderpreis 2024

Zum sechsten Mal lobt das Internationale Archiv für Heilpädagogik in Kooperation mit dem Berufs- und Fachverband für Heilpädagogik (BHP) den Förderpreis für herausragende Abschlussarbeiten aus dem Feld der Heilpädagogik aus.

Read more

Einladung zum 4. Symposium des Internationalen Archivs für Heilpädagogik

Aufruhr Heilpädagogik: Neue Forschungsergebnisse aus der Zeit des Nationalsozialismus und Perspektiven für die Zukunft.

Read more

In Gedenken an Otto Speck

Der Förderverein des Internationalen Archivs für Heilpädagogik und der Fach- und Berufsverband Heilpädagogik trauern um ihn mit allen Menschen, die sich ihm und der Heilpädagogik verbunden fühlen.

Read more

Programmhinweis zum Internationalen Tag der Heilpädagogik am 13.04.2023

Hiermit möchten wir Sie gerne auf das Programm der IGhB zum Internationalen Tag der Heilpädagogik aufmerksam machen, an dem wir uns mit einer Vorstellung des Archivs und seiner Angebote beteiligen.

Am Internationalen Tag der Heilpädagogik, dem 13. April 2023, findet um 18 Uhr eine kostenfreie Zoomveranstaltung der IGhB statt. 15 Beiträge aus den Mitgliedsländern der Internationalen Gesellschaft heilpädagogischer Berufs- und Fachverbände (IGhB), aber auch aus Namibia (Anna Scott-Kobi, die Tochter von Emil E. Kobi arbeitet dort für drei Jahre in einem inklusiven Schulprojekt) oder Finnland geben Einblicke in unterschiedlichste Arbeitsfelder, Projekte und politische Zusammenhänge (Tilly Metz aus Luxemburg, EU-Abgeordnete, spricht zum Thema „EU Disability Strategys“).

Hier können Sie das Programm herunterladen.

Um besser planen zu können, bitten wir Sie, sich unverbindlich anzumelden albert.doris@bhponline – Sie sind aber auch ganz herzlich willkommen, wenn Sie sich am 13. April spontan für die Veranstaltung entscheiden.

Der drohenden Resonanztaubheit die Stirn bieten

von Ferdinand Klein

Der heute viel diskutierte Soziologe und Sozialphilosoph Hartmut Rosa (geb. 1965) wendet sich dem unverfügbaren zwischenmenschlichem Raum zu. Er sieht in dem Begriff Resonanz eine Möglichkeit zu dem Innenleben des anderen Menschen zu finden, mit ihm ein In-Beziehung-Treten zu pflegen durch wechselseitiges inneres Berühren für ein gelingendes Leben. Gelingt dies nicht, dann beginnt eine Entfremdung.

Hartmut Rosa erkennt, dass heute die Sinnressource zunehmend austrocknet und Menschen in eine Sinnkrise führen kann. Erwachsene und Kinder erfahren aber ihr Leben dann als sinnvoll, wenn sie sich mit der Welt und besonders mit anderen Menschen, mit ihrer Arbeit und ihrer Umgebung verbunden fühlen und in diesem Resonanzraum danach handeln. Anders gesagt: wenn sie Resonanz erleben und die Welt zu ihnen spricht.

Versuchen wir die Entwicklung eines Kindes auf der Grundlage der mir bekannten Erkenntnisse aus den Humanwissenschaften auf den Punkt zu bringen, dann können wir sagen: Jedes Kind wächst von Beginn an in die sozialen Regeln seiner Mitwelt hinein, lernt diese immer besser zu verstehen und einzuhalten, ebenso gestaltet es diese aus eigener Initiative mit, sofern seinem Bedürfnis nach Resonanz, nach einfühlender Antwort, nach Anerkennung und Achtung seiner individuellen Entwicklung entsprochen wird. Hier gestaltet es im sozialen Miteinander seine Entwicklung und die Entwicklung seiner Mitwelt mit.

Der drohenden Entfremdung die Stirn bieten

Rosa fragt nach den verschiedenen Möglichkeiten der Weltbeziehung des Menschen in der Geschichte. Er erkennt, dass unser Zeitalter davon geprägt ist, die Welt kontrollierbar, beherrschbar und verfügbar zu machen. Die Welt soll ökonomisch, technisch, wissenschaftlich, rechtlich und politisch berechenbar und steuerbar gemacht werden. Dieser Prozess ist stabil zu erhalten. Das kann aber nur dann gelingen, wenn er beschleunigt, wenn er also wächst und optimiert wird. Hier ist ein Verhalten des Menschen gefordert, das von äußeren Dingen bestimmt wird und den zwischenmenschlich mitschwingenden Raum (Resonanzraum) verkümmern lässt. Und der Mensch wird „resonanztaub“. Rosa entlarvt den folgenschweren Irrtum der „kapitalistischen Warenwelt“, die in ihrem endlosen Verfügbarmachen ein Glücksversprechen ankündigt, das sich nicht erfüllen kann, da diese verfügbare Welt mehr und mehr unlesbar und stumm zu werden scheint. Warum? Weil die Dinge und Zusammenhänge, über die wir verfügen, die wir beherrschen und bestimmen, die zwischenmenschlich mitschwingende Qualität, also die Resonanzqualität verlieren.

Diese leere, graue und farblose Welt bezeichnet Rosa als „elementare Grundangst“ des Menschen: Die planbare, optimier- und berechenbare Beziehung zu Menschen und zur Welt erzeuge eben Angst vor dem Fremden. Sie kann zu persönlichen Krisen, Kontaktlosigkeit, Entfremdung und inneren Leere führen. Aber eine mitschwingende Beziehung zur Welt wird erst durch das Einlassen auf Fremdes, auf Nicht-Planbares, Unvorhersehbares und Unverfügbares möglich, das den Menschen berührt und wandelt.

Potenzial der Religion und Kirche für unsere Zukunft in der Demokratie

Diesen Fragen, die für die von mir vertretene Heilpädagogik grundlegend sind, wendet sich Rosa in einem Vortrag beim Würzburger Diözesanempfang 2022 zu. Auf die „Liebe zum Leben“ weist er in diesem sozialphilosophischen Plädoyer zur Demokratiestärkung hin: In einfacher und gehaltvoller Sprache fragt Rosa im SPIEGEL-Bestseller-Buch „Demokratie braucht Religion“, nach dem Potenzial der Religion und Kirche für unsere Zukunft in der Demokratie und erkennt das Urphänomen des zwischenmenschlichen Miteinanders.

Rosa beschreibt die heutige Gesellschaft mit dem Begriff des „rasenden Stillstandes“. Darin drückt er zwei Dinge aus, nämlich, dass die Gesellschaft rast und zum anderen verharrt sie oder ist bereits erstarrt. Er erkennt: Wenn eine Gesellschaft gezwungen wird, sich ständig zu steigern, zu beschleunigen, sich voranzutreiben, aber den Sinn dieses Vorwärtsbewegen verliert, dann ist sie in einer Krisensituation. Sie hat nicht mehr den Sinn dafür, zu einem guten Leben zu finden, zu einem gelingenden Verhältnis zur Welt.

Wir haben nicht mehr das Gefühl, dass wir auf eine verheißungsvolle Zukunft zugehen, sondern wir laufen vor einem Abgrund weg, der uns von hinten einholt. Das meint Rosa mit dem Begriff des rasenden Stillstandes: Wir müssen jedes Jahr schneller laufen, um nicht in den Abgrund, der hinter uns immer schneller, immer näher kommt – nicht zuletzt wegen der Klimakrise – abzustürzen.

Es geht Rosa um eine Weltbeziehung, aus der oder in der eine religiöse Praxis entsteht. Für ihn hat Religion die Kraft dazu: Religion hat mit ihren Gesten, Praktiken und Meditieren, mit ihren Liedern, Rhythmen und Räumen einen Ideenreichtum für einen Sinn dafür, was es heißt, sich anrufen zu lassen, sich transformieren zu lassen, also in Resonanz zu sein. Sein Schlusswort lautet: „Wenn die Gesellschaft das verliert, wenn sie dieseForm der Beziehungsmöglichkeit vergisst, dann ist sie endgültig erledigt. Und deshalb kann die Antwort auf die Frage, ob die heutige Gesellschaft noch der Kirche oder der Religion bedarf, nur lauten: Ja!“

Fazit

Für Rosa ist Demokratie das zentrale Glaubensbekenntnis unserer Gesellschaft, aber sie erfordert eben Stimmen, Ohren und hörende Herzen.

Univ.Prof. Dr. Dr. et Prof. h.c. Ferdinand Klein

Der Beitrag ist ebenfalls auf karpatenblatt.sk erschienen.